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Filmkritik

„Secretary“ (USA, 2003)

 
Wie der Film ausgeht, erfahren wir gleich in einer wunderbaren Szene zu Beginn: Eine junge Frau kommt auf uns zu. Sie trägt eine schwarze Stange auf ihren Schultern wie den Querbalken des heiligen Kreuzes. Mit ledernen Armbändern sind ihre Hände an den Enden gefesselt. Die Frau trägt eine mit weißer Schleife hochgeschlossene Bluse und dazu einen schwarzen Rock. Amerikanischer Büroangestelltenstil, unauffällig und korrekt. Sie geht durch ein bereits menschenleeres Büro, das von gelben Wandleuchten beleuchtet ist. Wir sind in die Zeit der soliden IBM-Kugelkopfschreibmaschine versetzt. Mit ihr wurde bereits der Vorspann auf die Leinwand gehauen. Je näher die Frau auf uns zu kommt, erkennen wir ihre Schönheit, ihren lasziven Mund. Trotz erzwungener Behinderung erreicht sie mit graziler Körperbeugung die auf dem Schreibtisch liegen gebliebenen Schriftstücke, legt sie in den Hefter und fügt sie mit einem durchdringenden Schlag zusammen. Während sie das Schriftstück mit der Rechten in die Ablage bugsiert, hebelt die Stange ihre Linke sinnlos in die Höhe. Es scheint sich um die Sekretärin zu handeln, die gefesselt mit den letzten ordnenden Griffen zum Feierabend befaßt ist. Sie beendet ihre Arbeit indem sie umständlich aber geübt eine ihrer gefesselten Hände nach unten führt, um das Licht der Schreibtischlampe auszuknipsen.

Ein vielversprechender Abend kündigt sich an. Aus einem Untertitel erfahren wir, daß dies das Ende einer Geschichte ist, die vor einem halben Jahr begann. Wie von einer Komödie nicht anders zu erwarten, geht der Film also gut aus.

Schnitt: die junge Frau wird aus einer postmodernen, violett und rosa gestrichenen psychiatrischen Klinik entlassen. Jobsuche, zerrüttetes Elternhaus, mit Pomp heiratende Schwester usw. folgen. Schließlich die Einstellung als Sekretärin bei einem jungen, aber fiesen Rechtsanwalt. Eine Coming-Out-Story für zwei Sadomasochisten, die schließlich zusammenfinden. Zuvor verstricken sie sich aber in Komplikationen und untergründigen Psychodramen. Der psychotherapeutische Ballast wäre unerträglich, wenn er nicht mit wunderbar schrägem Humor serviert würde. Heftige Züchtigungs- und Demutsszenen im Büroalltag geben die Würze.

Freilich ist der P-Wert gering. Die dramatischen Gefühle der Liebesbeziehung werden vor allem in Nahaufnahmen der Gesichter erzählt, wie sie am schönsten im amerikanischen Film entstehen können. Wer sich in den Überbau vertiefen will, dem seien die vielen Besprechungen im Internet empfohlen. Dort könnt Ihr Euch in eine Besprechungsorgie, die voller Lob ist, stürzen. Alle sachlichen Infos beim Verleih

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Zuletzt geändert am 28. November 2004.
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