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Filmkritik

„Mano Destra“

Avantgarde-Film, Schweiz 1985, 56 Min. Drehbuch, Regie,
Hauptdarstellerin: Cléo Uebelmann. Musik: „The Vyllies“.

 
Foto: Mano Destra
© Cléo Uebelmann
Langsamkeit. Anspannung. Reduktion. Unbehagen. Konzentration. Warten ...

Eine der ersten Einstellungen des Films zeigt minutenlang ein herrschaftliches Haus unter hohen Palmen. Zunächst wirkt es wie ein Standbild, wie eine Fotografie, bis nach langem Hinschauen offenbar wird, daß sich die Palmwedel minimal in einer leichten Brise bewegen.

Der perfekte Einstieg ins Thema:

Cléo Uebelmanns „Mano Destra“ ist stilisierte Bondage-Performance in filmkünstlerischer Vollendung.

 
Mit bisweilen atemberaubender Ästhetik visualisiert der Film wesentliche Elemente der kunstvollen erotischen Fesselung: zwei Frauen — die Domina und ihr „Opfer“ — im Spiel um Macht und Ohnmacht. Hingabe und Warten, Gefangenschaft und Befreiung. Langsame, bedächtige Bewegungen, lange Kamerafahrten und Einstellungen, alle Aufnahmen in körnigem Schwarzweiß.

„Mano Destra“ — die rechte Hand — ist auch eine Pionierin der BDSM-Kultur. Als der Underground- und heutige Kultfilm der schweizer Künstlerin Cléo Uebelmann Ende der 80er Jahre die ersten Male in Underground-Kinos gezeigt wurde, waren die Publikumsreaktionen gemischt. Zu einer Zeit als BDSM-Themen noch längst nicht via subkultureller Aktivitäten über Presse und Medien den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hatten, veranlaßte das durch die erotische Dramatik der Bilder geweckte Unbehagen nicht wenige ZuschauerInnen dazu, unter Protest die Vorführsäle zu verlassen. Die gelassene Eindringlichkeit des Films hat auch heute noch nichts von ihrer polarisierenden Kraft verloren.

Dabei bietet „Mano Destra“ beileibe keine für den einfachen Konsum geeignete Ex- und Hopp-Erotik. Voyeure kommen nicht auf ihre Kosten. Sexuelle Handlungen jedweder Natur: Nada. Nacktheit: Fehlanzeige. Mano Destra wirkt allein durch kunstvolle Suggestion und verführt das Publikum, sich berühren zu lassen; jedoch kaum dort, wo Voyeure mutmaßlich gerne berührt werden wollen. Dadurch ist der Film ein kraftvoller Motor für sinnliche Phantasien — nicht durch das Gezeigte, sondern unbequemerweise durch das nicht Gezeigte. Letzteres wird in diesem Film in selten ästhetischen Bildern suggeriert.

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„Mano Destra“ ist für ca. 75 € auf VHS-Video (PAL)
unter anderem in diesen Online-Shops erhältlich:

•Claudia Gehrke, Konkursbuchverlag Tübingen
•Online-Shop des Magazins „Schlagzeilen“
•(in der Rubrik „Specials“, Unterrubrik „Videos und DVDs“)

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„Cléo Uebelmann: Mano Destra — The Dominas“ gibt es bei oben angeführten Quellen ebenfalls als großformatigen Kunst-Fotoband (1988) mit Standbildern aus dem Film, vielen weiteren Fotos sowie einem Vorwort von Birgit Hein (Professorin der Filmklasse an der Kunsthochschule HBK Braunschweig).

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Verwandtes zum Thema auf der SMash-Website:

•„Faszination Bondage“. Essay von Thomas H.
•„SM & Feminismus“. Essay von Elli.


Weitere Artikel vom Autor dieser Filmkritik:

•„Was ist SM?“. Antworten für Einsteiger und Neugierige.
•„Cross-Dressing“. Ein sehr persönliches Essay.
•„Dresscode“. Haben wir ihn und wenn ja, kommen wir darin?
•„kontrasexuelles manifest“. Buchrezension.
•„NASA Voyager Recordings“. Musiktip für SM-Sessions.

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Zuletzt geändert am 08. Februar 2005.
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