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Filmkritik

Irezumi — Der Geist der Tätowierung

Spielfilm von 1982 (Japan)
Regie: Yoichi Takabayashi. Hauptdarsteller: Harue Kyo, Tomisaburo Wakayama, Masaki Kyomoto, Yusuke Takita, Taiji Tonoyama, Tasayo Utsunomiya, Naomi Shiraishi.

 
Eine junge Frau fährt mit dem Zug von Tokyo nach Kyoto. In einer langen Rückblende erfahren die Zuschauer den Grund: Sie ist auf dem Weg zu der Adoptivtochter eines alten Tätowiermeisters, die entsprechend dem Wunsch des Meisters eine von ihm ausgeführte Tätowierung nach seinem Tod durch einen letzten Stich vollenden soll. Die Tätowierung entstand auf Drängen des Liebhabers der jungen Frau, eines älteren Bankdirektors und Tattoo-Fetischisten. Sie hatte eingewilligt, um diesen von seiner früheren Geliebten, einer Tätowiererin, loszureißen und endgültig für sich zu gewinnen. Anders schien das nicht möglich zu sein. Ihr Geliebter hatte sie aufgrund einer Empfehlung der Tätowiererin zu dem alten Meister geschickt, ohne vermutlich dessen eigenwillige Methode zu kennen.

Diese Methode bestand nun darin, daß der Meister die Frau nötigte, während seiner Arbeit mit seinem jungen Assistenten Sex zu machen, um dem Schmerz mit Lust zu begegnen. Sie willigte anfangs nur widerstrebend, dann aber mit immer größerer Befriedigung ein, denn es sollte für sie eine tiefe seelische Erfahrung werden, die sie mit dem Meister und vor allem auch mit dem jungen Assistenten auf ganz besondere Weise verband. Deshalb ist sie auch zutiefst erschüttert, als sie nun nach der Ankunft in Kyoto von der Adoptivtochter erfährt, daß nicht nur der Meister tot ist, sondern auch der junge Assistent. Er hat sich das Leben genommen, nachdem er im Haus des Meisters ein altes Buch mit Abbildungen von Schneekristallen entdeckte und so einer für ihn schrecklichen Wahrheit auf die Spur kam, die einen unlösbaren Loyalitätskonflikt zur Folge hatte. Mit nun vollendeter Tätowierung, aber zutiefst traurigen Gedanken fährt die junge Frau wieder nach Hause.

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Kommentar:
 
Dies ist wohl in jeder Beziehung ein ganz und gar japanischer Film. Nicht allein die langen, ruhigen Einstellungen mit sorgfältig ausgewogenen, auf Harmonie bedachten Bildkompositionen, sondern auch die kunstvoll verwobene Geschichte, in der jede beteiligte Person mit jeder anderen in einer engen, wenn auch teilweise tragischen Beziehung steht, und nicht zuletzt der Reichtum an Symbolen geben ihm einen ganz besonderen Zauber und machen ihn unvergeßlich.

Und dann ist da ja noch das Verfahren der Tätowierung, die allem Anschein nach wirklich ausgeführt wird. Sie wird von Hand großflächig in den Rücken gestochen, jeder Stich einzeln mit spitzen Nadeln. Die Frau schreit vor Schmerzen, der Schweiß tropft ihr von der Stirn. Dazu kommt anfangs tiefe Beschämung, mehr und mehr aber auch Geilheit durch den jungen, komplett mit Tätowierungen bedeckten männlichen Körper, der während der Prozedur unter ihr liegt und sie befriedigt. Dies ist von einer atemberaubenden Intensität, die einen anregenden Gegenpol zu der Melancholie des zweiten Teils des Films bildet. Ich kann nur sagen: Auf keinen Fall verpassen, wenn er mal wieder irgendwo gezeigt wird!

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Zuletzt geändert am 28. November 2004.
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