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Filmkritik

Die flambierte Frau

Spielfilm von 1983 (BRD); Regisseur: Robert van Ackeren; Hauptdarsteller: Gudrun Landgrebe, Matthieu Carriere

 
Eine gewerbsmäßige Domina verliebt sich in einen charmanten jungen Mann und entdeckt dann, dass er ein Callboy, also quasi ein Kollege von ihr ist. Daraufhin beschließen sie, ein gemeinsames Studio aufzumachen. Sie mieten ein Apartement, in dem jeder seine eigene Etage hat. Es zeigt sich jedoch, daß er mit der Art, wie sie mit ihren Kunden umgeht, Probleme bekommt, zumal sie sehr erfolgreich ist. Er wird regelrecht eifersüchtig auf ihre „Sklaven“, fühlt sich aber dieser Art von Sexualität gegenüber völlig machtlos. Seine Wut auf sie reagiert er schließlich dadurch ab, daß er sie mit Alkohol übergießt und anzündet. Weil sie den gerade angezogenen und nun brennenden Mantel abstreifen kann, geschieht ihr körperlich nichts. Die Beziehung der beiden ist damit aber natürlich beendet. Sein Haß verfolgt sie nun auch so weit, dass sie Hausverbot in der bisherigen Stammkneipe bekommt, was sie aber nur noch komisch finden kann.

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Kommentar:
 
Der Film ist eine feinfühlige Darstellung der Konflikte zwischen den Ansprüchen an Liebe und Beziehung einerseits und den Bedingungen des Prostitutionsgewerbes andererseits, quasi auch als Parabel über die sexuelle und soziale Macht im Allgemeinen. Er bietet einen glaubhaften Einblick in die Arbeit einer Domina und zeigt z. B. einige typische Aktionen, die keinesfalls nur angedeutet werden. Gudrun Landgrebe wirkt dabei zwar etwas steif und vor allem mundfaul, hat aber die nötige dominante Ausstrahlung (eine echte Domina soll damals als Beraterin tätig gewesen sein). Sie versteht es außerdem gut, sowohl die Lust an der Macht über ihre Kunden als auch die Selbstzweifel deutlich zu machen, als sie entdeckt, was sie antreibt, nämlich der Haß auf die Männer! An diesem Punkt ist der Film sicher angreifbar, denn darin liegt eine Unterstellung, die als Verunglimpfung aufgefaßt werden kann. Matthieu Carriere dagegen übernimmt den Part des »Stino“, obwohl er hier von seiner Tätigkeit her sicher nicht in diese Kategorie paßt. Aber obwohl er neben seiner eigentlichen Tätigkeit als Beglücker einsamer Frauen auch der Geliebte eines älteren Schwulen ist, also wirklich jenseits aller bürgerlichen Konventionen lebt, ist er ist unfähig zu akzeptieren, daß es Männer gibt, die sich gern dominieren lassen. Das darf einfach für ihn nicht sein! Liegt vielleicht in dieser Ausgeschlossenheit des Normalen generell der Grund für seinen Haß auf alles „Perverse“?

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Zuletzt geändert am 28. November 2004.
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