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Filmkritik

Blue Velvet

Spielfilm von 1986 (USA). Regie: David Lynch; Hauptdarsteller:
Kyle MacLachlan, Isabella Rosselini, Dennis Hopper, Laura Dern.

 
Die Idylle einer Kleinstadt in den USA wird Mitte der sechziger Jahre durch ein schockierendes Ereignis erschüttert: Ein Jugend- licher findet auf einer Wiese ein menschliches Ohr. Er bringt es einem Polizisten, der in seiner Nachbarschaft wohnt. Von dessen Tochter, mit der er flirtet, erführt er, daß der Fall anscheinend mit einer Nachtclubsängerin zu tun hat, die in der Stadt wohnt. Den jungen Mann packt eine unbändige Neugier. Nachtportier
 
Er überredet das Mädchen, ihm dabei zu helfen, daß er sich in die Wohnung der Sängerin einschleichen, sich dort verstecken und herausfinden kann, welches Geheimnis hinter seinem grausigen Fund steckt. Das gelingt zunächst auch. Er erfährt, daß die Sängerin einen Mann (von dem das Ohr stammt) und einen kleinen Sohn hat, die von einem perfiden Gangster gefangen gehalten werden, um deren Frau und Mutter gefügig zu machen. Sie muß dem Gangster für seine extrem bizarren Sexspiele zur Verfügung stehen, bei denen u. a. blauer Samt (englisch: Blue Velvet) als Fetisch eine Rolle spielt.

Der Jugendliche wird von der Sängerin im Kleiderschrank entdeckt und zunächst zum Sex genötigt, woraus aber sehr schnell eine gegenseitige Zuneigung entsteht. Indem sie ihn als Stellvertreter ihres Mannes ihre masochistischen Neigungen bedienen und sich von ihm schlagen läßt, versucht sie, wenigstens kurzfristig ihre maßlose Verzweiflung zu betäuben. Für den jungen Mann tut sich eine Welt auf, von der er vorher nicht einmal etwas geahnt hat. Es wird jedoch wirklich bedrohlich, als der Gangster ihn mit der Sängerin erwischt ...

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Kommentar:
 
Cruising Der Film ist zunächstmal ein spannender Thriller. Er zielt dabei aber ganz offenkundig auch darauf ab, die Gartenzaun-Idylle des Städtchens (und alle entsprechenden Idealvorstellungen der Zuschauer)
systematisch zu demontieren. Die naive Sichtweise der beiden jungen Leute wird durch eine tiefe Ratlosigkeit ersetzt. Sie lernen eine Seite des Lebens und auch ihrer eigenen Persönlichkeit kennen, die die Erwachsenen ihrer Umgebung offenbar bewußt verdrängen. Dazu gehört auch, daß es so etwas wie SM gibt, der in der Figur der Nachtclubsängerin repräsentiert ist, die von Isabella Rosselini sehr eindringlich, sinnlich und glaubwürdig verkörpert wird.

Der Film stellt SM dabei in eine Art Zwischenposition zwischen der „heilen Welt“ der Kleinstadt-Bürgerlichkeit einerseits und dem abgrundtief Bösen andererseits, das von Dennis Hopper in der Figur des Gangsters ungemein bedrohlich vermittelt wird. SM gehört zwar zur „dunklen“ Seite des Lebens, über die man in „anständigen“ Kreisen nicht spricht, aber eindeutig nicht zum Bösen, denn die Sängerin ist dessen Opfer und im übrigen eine ebenso liebende Gattin und Mutter wie die „anständigen“ Ehefrauen in der Stadt.

Am Schluß kehrt der Film zu seinem Anfang zurück. Die Idylle (symbolisiert durch den weißen Gartenzaun) zeigt sich unerschütterlich, als wenn nichts passiert wäre. Die Zuschauer wissen es inzwischen jedoch besser!

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Zuletzt geändert am 28. November 2004.
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