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Filmkritik

Belle de Jour

Französischer Spielfilm aus dem Jahr 1966; Regie: Luis Buñuel; Hauptdarsteller: Cathérine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli

 
Eine junge Frau ist von der Beziehung mit ihrem sanften und liebevollen Mann nicht ausgefüllt und flüchtet sich in SM-Tagträume, in denen sie ihrem Mann, dessen Freund und immer wieder auch den beiden Fahrern einer von ihrem Mann gemieteten Kutsche ausgeliefert ist und gefesselt, gepeitscht, mit Dreck beworfen und vergewaltigt wird. Eines Tages erfährt sie von einer Bekannten die Adresse eines Luxusbordells. Sie beschließt, sich dort vorzustellen und tagsüber als Prostituierte ihre Gelüste auszuleben. So geschieht es auch, und sie bekommt von der Chefin des Etablissements den Namen „Belle de Jour“ („Tagesschöne“; das ist auch der französische Name für eine bestimmte Blumenart). Aufgrund ihrer konsequenten devoten Einstellung wird sie in kurzer Zeit sehr beliebt bei den Kunden. Ihr Doppelleben droht zu platzen, als der Freund ihres Mannes eines Tages in dem Bordell auftaucht, aber er erweist sich als diskret. Richtig problematisch wird es dagegen, als ein junger Krimineller sich in sie verliebt und sie für sich beansprucht ...

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Kommentar:
 
Die Tagträume der Protagonistin werden übergangslos in die Handlung eingefügt und für damalige Verhältnisse ausreichend ausführlich und durchaus auch genüßlich dargeboten (sehr schön ist z. B. die Szene, wo die „kühle Blonde“ Cathérine Deneuve an einem Baum gefesselt ist und eine volle Ladung Schlamm ins Gesicht bekommt). Dieser ständige Wechsel von Tag und Traum gilt als typisches Stilmittel des Regisseurs und ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig.
Dies dürfte der erste Spielfilm sein, in dem eindeutig eine Variante von SM explizit thematisiert wird. Erstaunlicherweise verzichtet Buñuel auch ganz auf diskriminierende oder belehrende Hinweise, wie sie in so vielen Filmen aus den 70er Jahren zu finden sind.
Rätselhaft scheint mir allerdings der Schluß, denn die Frau hat keine SM-Tagträume mehr, als ihr Mann zu einem Pflegefall wird und danach ganz auf sie angewiesen ist. Was will der Regisseur uns damit sagen?

 eMail an den Autor.

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Zuletzt geändert am 28. November 2004.
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