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Essays

„Die lieben Schubladen — von Umzugsstreß
und wirklich sinnvollen Workshops“

Ein Essay von SMash-Autorin Sandra

DRUCKVERSION (Schwarzer Text auf weißem Grund)

 

 
Foto: Schublade
© frank 2004
Ich kann nicht abstreiten, schon in so einigen Schubladen probegelegen zu haben. Von der „Vanilla mit ein bißchen Fesseln“-Schublade lugte ich ein wenig in die „Hauen find ich toll, aber mehr kommt mir nicht in die Tüte“-Schublade und fühlte mich schließlich in der „Aua ist toll, aber dabei will ich auch lachen dürfen“-Schublade sehr zu Hause. SM, zur Not ein bißchen B, bitte kein D, und schon gar kein D/s, das alles in passiv, aber zu frech dabei, um eine andere Bezeichnung als die der „ProvoSub“ zu verdienen. Und ich war mir ganz sicher: Wenn ich groß wäre, würde ich Switcher! Bequeme Schublade, tolle Schublade, es ließ sich ausgesprochen gut in ihr
aushalten. Party- und Spielbeziehungstauglich, außerdem feministisch gesehen zumindest fast PC und mit hohem Spaßfaktor und Aufstiegsmöglichkeiten.

Da ich jedoch so gar nicht auf D stand und D/s noch viel weniger abgewinnen konnte, so mußte dies wohl bedeuten, daß lustige Überwältigungsspiele mit Kratzen, Beißen, Gegenwehr nicht die klitzekleinste D/s-Komponente beinhalten konnten. Und der Kick einer intimfürsorglichen Abrechnung nach offenbar nicht ausreichender Lernleistung, des Abends über den Schreibtisch gebeugt, ähnelte demzufolge auch nicht im Geringsten einer liebevoll-erzieherischen Maßregelung, die wohl eindeutig der Schublade D zuzuordnen wäre.

In nervenaufreibenden Diskussionen stößt man mit allzu flexiblen Definitionen jedoch auf Unverständnis, wenn nicht gar harsche Kritik. Zwischen die Fronten von Spaß und Ernst geraten, lag es sich nicht mehr ganz so bequem in meiner Schublade ...

War ich nun zu neugierig für meine „Spaß-SM, aber devot bin ich auf gar keinen Fall!“-Schublade geworden? Oder war mein Geschmack, was Männer anging, einfach nicht Schubladen-kompatibel genug? Maliziös glitzernde Augen hielten wohl eher nach entzückender Devotheit Ausschau — und große böse Prinzen waren demnach kein Zielpublikum für frechsubbige Angebote aus meiner Schublade heraus, so anziehend ich die Prinzen auch finden mochte.

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Aber wo die Liebe hinfällt — ein großer böser Prinz war es. Jedoch einem neuen Fragezeichen mußte ich mich stellen: überraschend gewann er in unserem „Wer subbiger ist, gewinnt“-Contest. Ein als großer böser Top getarnter Switcher?

„Aber ich bin doch noch gar nicht groß!“ dachte ich fast schon empört. Und sah mich unerwartet nicht nur mit seiner prall mit exquisitesten Gemeinheiten gefüllten D/s-Schublade konfrontiert. Sondern sah mich auch unerwartet freudig strahlen. Und mußte zum dritten Mal aus meiner gemütlichen, aber viel zu klein gewordenen Schublade ausziehen und mir eine passendere suchen. Die BDSM-Exilanten-Schubladen-Verbrecher-Schublade lernte ich bei meiner Besichtigungs-Tour kennen. Und fühlte mich zwischen mehr als vier Ecken schnell heimisch.

Und die Moral von der Geschicht? Es kann nicht angehen, daß man als blauäugiges Newbie nicht auf diesen Umzugsstreß vorbereitet wird! Ich finde, die Stammtische sollten erstens aufklärende und hilfreiche Broschüren herausgeben („ABC der Schubladensuche“, „Streßfreier Umzug für aufstrebende SMler“, „Der Stammtischführer für Schubladen-Fetischisten und Schubladen-Verbrecher“). Und zweitens könnten für die Schubladen-erfahrenen alten Hasen Workshops etabliert werden wie z.B. „Zu groß geworden? Schubladensprengen ohne Verletzungen — Übungen und Argumentationshilfen“.

Ich habe mir jedoch an unserem neu gegründeten BDSM-Schubladen-Exilanten-Stammtisch erstmal einen Workshop „Switchen für Anfänger“ gewünscht. Schließlich bin ich jetzt groß geworden und will endlich mit dem Switchen anfangen!

 eMail an die Autorin: sandra [at] small-giessen.de

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Zuletzt geändert am 17. Februar 2005.
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