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„Work like you don’t need money,
Love like you’ve never been hurt,
And dance like no one’s watching.“
(aus unbekannter Quelle)
 
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Essays

„Flow“

Ein Essay von SMash-Gastautorin K1

DRUCKVERSION (Schwarzer Text auf weißem Grund)


Seit ca. zehn Jahren begleite ich SM, seine Menschen und sein Vokabular. Habe Geschichten über dominant und devot gehört und erlebt, nahm an Diskussionen über Rollen und Grenzen teil. Sah „Sessions“, die aussahen als würde man einem Hähnchenbrater mit seinen Viechern zuschauen. Mit anderen Worten: unbeteiligt. Ich machte, schaute und fühlte — war oft befremdet, daß so wenig Mensch vorhanden ist.

Keine richtige SMerin und dominante Frau also? Ich entdecke es bei einigen Freunden, die plötzlich das Gefühl hatten auch nicht mehr „dazuzugehören“: falsche Kleidung, keine Lust auf SM nach Stundenplan.

Irgendwas hat sich verändert. Während sich viele um Regeln, Fetisch-Kleidung und Ausstattung kümmern, ziehen sich andere aus der Szene zurück. Wege trennen sich, denn was für die einen Event ist und mit entsprechenden Parties und Werkzeugen verbunden ist, ist für die anderen Teil der Lebenskultur und deshalb ein zuviel an Kommerz. Also habe ich für mich nach neuen Zugängen gesucht und bin auch an persönliche Schüsselthemen gekommen.

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Angst: das was mit SM zu tun hat, ist auch ein Spiel mit Ängsten, ob man es richtig macht und sich richtig positioniert. Damit einhergehend hat es auch mit dem Selbstbild zu tun, ein Richtiger oder eine Richtige zu sein. In dem Moment, in dem ich eigene Ängste abbaue, brauche ich keine feste Rollendefinition (mehr). Ich werde frei. Meine Partner und ich werden zu Libertins, die sich selbst schaffen ohne sich zu verlieren. Manche sprechen davon, daß sie als Dominante „machen was sie wollen“. Ich unterscheide: ich mache nicht, ich bin und drücke mich aus, bin im Kontakt mit mir und deshalb in Einklang mit meinem Gegenüber. In dem Moment, in dem ich selbst frei und bei mir bin, erlebe ich Hingabe.

Hingabe: jemand begibt sich in meine Hände, läßt sich gehen und vertraut. Meine Führung entsteht aus dem gegenseitigen Austausch, der beide Beteiligten stolz werden läßt auf ihre Identität. In solchen Situationen entsteht für mich ein Flow: es fließt zwischen den Partnern. Es kann sogar so weit gehen, daß sich die Geschlechterverhältnisse auflösen. Ein hingebungsvoller Mann erlebt durch meine Hände seine weiblichen Anteile und transformiert.

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Mein Wunsch ist es, immer mehr auf Rahmen und Regeln zu verzichten, denn dann entsteht etwas aus dem Inneren. Intuitiv wird es gut. Ob ich dabei ein langes Abendkleid, High Heels und lange Handschuhe trage oder meine blaue Frottee-Schlafanzughose und grüne Badelatschen ist gleich, weil die Macht der Hingabe nicht nur visuell entsteht.

Ich finde dabei die Begegnungen mit Freien, denen es nicht nur um die Auslöschung geht. Dort zu führen, wo Freiwilligkeit und Angstfreiheit vorhanden sind, ist meine wahre Aufgabe und entfaltet für mich ein enormes Lebens- und Lustpotential, das mich sehr tief berührt.

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Zuletzt geändert am 18. Dezember 2006.
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