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Essays

Faszination Bondage
Teil 2: Wie sexuell ist Bondage?

Ein Essay in fünf Teilen von Thomas H.

DRUCKVERSION (Alle fünf Teile mit schwarzem Text auf weißem Grund)


Zurück zum 1. Teil: Gefühlswelten

 
Bondage kann hypersexuell, megageil oder ultra-erotisch sein. In jedem Fall entschleunigt Bondage, „dehnt“ die Zeit und streckt die Lust. Also nichts für hektische Schnellabspritzer und ihre ulknudeligen Fickmäuse. Bondage erzeugt eine berauschende Anwesenheit erotischer Verfügbarkeiten. Bondage kann Situationen schaffen, die unmittelbare Erlebensräume unserer Phantasien sind und sie „präsenter als die Wirklichkeit“ werden läßt. Bondage kann für die Lust sein, was ein Oratorium für die Erbauung sein kann. Bondage kann Ficken zu dem machen, was ein Oratorium aus Harmonie macht, nämlich Kitsch.

Bondage kann aber auch Bedingung der Möglichkeit eines Mega-Ficks sein. Nur das Wort „Vorspiel“ könnte dann noch alles kaputtmachen!

Bondage ist Kopf-Sex mit Hand und Seil gemacht. Gekonnt, ist Bondage Mind-Fuck pur, Lustzeit pur. Bondage kann den Themen solcher leidenschaftlichen Gattungsmarotten des Homo Sapiens wie Erwählung, Unterwerfung und Paarung ein geradezu hyperreales Erleben erschaffen.

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Foto: Erwählung
© H-Nu 2000
 
Foto: Direktheitsdilemma
© frank 2002
Bondage dehnt Zeit und schafft Raum und verkörpert damit die Möglichkeit einer Antwort auf das „Direktheitsdilemma“ der Geschlechter: Ein paar Meter Seil appliziert zu bekommen, kann „ihr“ die Zeit geben, die sie braucht ohne daß „er“ derweil abtörnt. Und indem „er“ ein paar Meter Seil bei „ihr“ appliziert, kann er sie auskosten ohne ihre Lust dabei über den Haufen zu fummeln (Soweit das das Problem ist, ist Bondage eine prima „Lösung“; in anderen Konstellationen hat Bondage andere Wirkungen).

Bondage kann „erotische Raumzeit“ schaffen, für alles, was im Orgasmus kollabiert. Wenn der Orgasmus der „Big Bang“ ist, dann ist Bondage eine seiner möglichen Evolutionen und kann damit eine Bedingung der Möglichkeit seiner Tiefe sein (Und gute Bedingungen ihrer Möglichkeit braucht die Tiefe unserer Orgasmen. Nur flach kommt's von selber).

Wenn der Orgasmus ein „Petit Mort“ ist, dann bedeutet Bondage, das rauschende Leben davor in Zeitlupe zu zelebrieren.

 
Bondage ist mehr noch ein Medium als eine bloße Spielart. Ein Medium von Intimität. Und die Frage, wie sexuell Bondage sein kann, verschiebt sich zu der Frage, wie sexuell denn die gewünschte Intimität sein soll. Das Spektrum reicht von Mumifizierungsfetischisten bis zu Splitterfasernacktfesslern.

Das unvermeidliche Mittelfeld bewegt sich irgendwo zwischen Kimono (hilfsweise Bademantel) und Dessous. Pragmatisch wichtig ist hier, eventuelle Bekleidung so zu wählen, dass sie auch unterhalb der ausgefallensten Bondageschnürung noch dort fortgezupft werden kann, wo dies geschehen soll.

Weiter zum 3. Teil: Klären, Lernen, Können ...

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Zuletzt geändert am 17. Februar 2005.
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